TARIC-Code: die zehn Stellen, an denen die EU-Maßnahmen hängen
Aktualisiert am 31. August 2026
TARIC ist der integrierte Tarif der Europäischen Union. Er übernimmt den achtstelligen KN-Code und ergänzt zwei weitere Stellen. An diesen letzten beiden hängen die Maßnahmen: Antidumpingzölle, Zollkontingente, Zollaussetzungen, Ein- und Ausfuhrverbote, Überwachung und Genehmigungspflichten.
Der KN-Code nennt den Zollsatz. Der TARIC-Code nennt, was sonst noch gilt. Er ist der Grund, warum zwei Waren mit derselben achtstelligen Nummer je nach Ursprung sehr unterschiedlich behandelt werden.
Was ein TARIC-Code trägt
TARIC ist eine Datenbank von Maßnahmen, die an Nummern, Ursprünge und Zeiträume geknüpft sind. Am häufigsten entscheiden über eine Einfuhr:
- Drittlandszollsatz: der Regelsatz, der ohne Präferenz gilt.
- Zollpräferenzen: ermäßigte oder Nullsätze für Waren mit Ursprung in einem Abkommensland, abhängig von einem gültigen Präferenznachweis.
- Antidumping- und Ausgleichszölle, oft über einen Zusatzcode auf einen namentlich genannten Hersteller bezogen.
- Zollkontingente: ein ermäßigter Satz bis zu einer Menge, danach der volle Satz, zugeteilt nach Windhundverfahren oder über Lizenz.
- Zollaussetzungen: vorübergehend null oder ermäßigt für Vormaterialien, die in der EU nicht hergestellt werden.
- Verbote, Beschränkungen und Überwachung samt der Bescheinigungen und Genehmigungen, die sie auflösen.
Zusatzcodes: warum zehn Stellen manchmal nicht reichen
Für manche Waren sind zehn Stellen noch nicht genau genug, um die anwendbare Maßnahme zu bestimmen. TARIC arbeitet dann mit vierstelligen Zusatzcodes: um den Hersteller für einen Antidumpingzoll zu benennen, um einen Agrarteilbetrag zu bestimmen oder um einen chemischen Stoff zu kennzeichnen.
Das ist praktisch bedeutsam, weil der Zusatzcode häufig über den Satz entscheidet. Eine auf zehn Stellen zutreffend eingereihte Sendung, die ohne den richtigen Zusatzcode angemeldet wird, kann den Residualsatz eines Antidumpingzolls auslösen, ein Vielfaches dessen, was der Code des tatsächlichen Herstellers bedeutet hätte.
Eine Maßnahme richtig lesen
Eine Maßnahme ist nie nur ein Satz. Jede ist auf einen Ursprung, einen Gültigkeitszeitraum und oft auf Bedingungen bezogen, die als Bescheinigungs- und Handlungscodes ausgedrückt sind: Legen Sie Dokument X vor, ist die Maßnahme erfüllt; legen Sie nichts vor, greift sie.
Die häufigste Falle sind die Y-Codes. Sie sehen wie Bescheinigungen aus, wirken aber als Ausschluss: Sie besagen, dass die Ware nicht diejenige ist, auf die die Maßnahme zielt. Wer einen Y-Code als Genehmigung liest, meldet eine Befreiung an, die der Ware nicht zusteht.
Häufige Fragen
Wie viele Stellen hat ein TARIC-Code?
Zehn. Die ersten sechs sind der HS-Code, Stelle 7 und 8 die Kombinierte Nomenklatur der EU, Stelle 9 und 10 die TARIC-Unterteilung mit den EU-Maßnahmen. Deutschland ergänzt für die Einfuhranmeldung eine elfte nationale Stelle.
Was ist der Unterschied zwischen KN-Code und TARIC-Code?
Der achtstellige KN-Code trägt den Zollsatz der EU. Der zehnstellige TARIC-Code trägt die Maßnahmen: Antidumpingzölle, Kontingente, Zollaussetzungen, Verbote und Genehmigungspflichten, jeweils bezogen auf Ursprung und Zeitraum.
Was ist ein TARIC-Zusatzcode?
Ein vierstelliger Code für Fälle, in denen zehn Stellen die anwendbare Maßnahme nicht bestimmen können, meist um einen bestimmten Hersteller unter einem Antidumpingzoll zu benennen. Ein falscher Zusatzcode bedeutet in der Regel einen falschen Satz.
Gebe ich den TARIC-Code in der Einfuhranmeldung an?
In Deutschland wird die elfstellige Warennummer angemeldet, die die zehn TARIC-Stellen und eine nationale Stelle enthält. Die Ausfuhranmeldung verlangt den achtstelligen KN-Code.
Wie oft ändert sich TARIC?
Täglich. Maßnahmen kommen hinzu, werden geändert und laufen aus. Deshalb kann eine einmal geprüfte Einreihung ein Jahr später nicht als weiterhin vollständig gelten.
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